World Café

Kurzbeschreibung

Das World-Café ist ein sehr offenes Peer-Learning Format, das auf den kreativen Austausch in Kleingruppen setzt. Eine große Teilnehmergruppe diskutiert aufgeteilt an „Café-Tischen“ unterschiedliche Fragen zu einem definierten Thema. Dabei wechseln die Kleingruppen die Café-Tische in einem festen zeitlichen Rhythmus, womit sich alle an möglichst vielen Fragen beteiligen. Die Ergebnisse werden auf den beschreibbaren Tischdecken festgehalten und jeder Tisch wird aktiv moderiert. 

Damit werden in diesem Format die Ideen, Perspektiven und Erkenntnisse immer weiter verwoben. Natürlich gehören wie in einem richtigen Café Getränke und Snacks zum Grundinventar dieser Methode. Die kleinen Gesprächsgruppen und atmosphärischen Zutaten unterstützen einen vertieften Austausch. Das strukturierte Zeitmanagement und die Moderation halten die Energie aufrecht, was die Methode sehr produktiv machen kann.

 

Gesprächskultur für kollektive Intelligenz – Fragen teilen, Gedanken verweben, Erkenntnisse ernten

Kernmerkmale

  • Teilnehmende / Teilgebende: 12–60 Personen, an Tischen mit je 4–6 Personen.
  • Fokus: Ein definiertes Thema mit mehreren differenzierten Leitfragen für jeden Tisch, die zur Reflexion, zum Austausch und zur gemeinsamen Erkenntnisbildung anregen. 

Anwendung


Rahmen 

Moderiertes Präsenz- oder Hybridformat mit klaren Zeit- und Rundenstrukturen. Dauer typischerweise 2–4 Stunden. Im Sinne eines “Café-Hauses” werden die Tische mit Papiertischdecken bedeckt, Die Teilnehmenden sollen darauf dokumentieren, dürfen aber auch ausdrücklich essen und trinken.
 

Rollen (rollierend)

  • Host: Führt in Prinzipien und Ablauf ein, moderiert die Plenumsteile, hält den roten Faden.
    Tisch-Moderation: Bleibt über alle Gesprächsrunden am Tisch, fasst Erkenntnisse zusammen und sorgt für Anschlussfähigkeit der nächsten Runde.
  • Teilnehmende: Bringen sich aktiv ein, hören zu, notieren Ideen, verknüpfen Gedanken und Perspektiven.

Möglicher Ablauf (ca. 2 - 4 Stunden)

Tipps & Hilfestellungen

  • Das Format lebt von der Möglichkeit, die eigenen Themen und Anliegen einzubringen.
  • Die Raumatmosphäre, Verpflegung und Technik unterstützen den Fokus auf die Inhalte.
  • Daumenwert: Einstieg und Marktplatz 15 %, Themengruppen 65 %, Auswertung und Ausblick 20 %.

Variation

Das World-Café hat immer eine feste Moderationsrolle an den Tischen und einen klar signalisierten Rhythmus als Aufforderung zum Weiterziehen. Eine Variation ist, dass die feste Gruppenbindung aufgehoben wird und sich die Teilnehmenden bei jedem Wechsel-Signal immer frei entscheiden können, ob sie an einem Tisch verweilen – oder zu einem beliebigen anderen Tisch weiterziehen.


Einführung

  • Ziel & Zielgruppe klären: Die Leitfrage und die Einzelthemen für die Café-Tische bestimmen. Darüber hinaus die Belegschaft oder ausgewählte Gruppen einbeziehen. Eine offene Ausschreibung ohne Teilnahmepflicht ist zu empfehlen, weil Eigenmotivation und Interesse die Grundbedingung für eine aktive Beteiligung sind.
  • Teilnehmende gewinnen & Rahmen abstimmen: Direktansprache im Kreis der Kolleg:innen, über Leitungsebenen / HR oder im eigenen Team. 
  • Start vorbereiten: Informationen für interessierte Teilnehmende zugänglich machen. Stimmung machen. Tisch-Facilitator auswählen und vorbereiten.
  • Arbeitsbasis & Infrastruktur sichern: Neben der Moderation ist ein einladender Raum oder eine sehr gute digitale Infrastruktur notwendig. Eine gute Verpflegung „wie im Café-Haus“ hilft.
  • Verankerung & Review planen: Vorher festlegen, was mit den Ergebnisse passiert.